Was ist ein GEO-Check?
Ein GEO-Check prüft, ob KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Gemini, Microsoft Copilot und Google AI Overviews eine Website lesen, verstehen und als Quelle zitieren können. GEO steht für Generative Engine Optimization — die Optimierung für generative Suchsysteme, die Antworten formulieren statt Linklisten anzuzeigen. Der Check bewertet Technik, Inhalt und externe Signale aus der Sicht dieser KI-Systeme.
Wichtig für die Einordnung: GEO ersetzt die klassische Suchmaschinenoptimierung nicht. Google behandelt die Optimierung für KI-Antworten ausdrücklich als Teil von SEO. Ein GEO-Check baut deshalb immer auf einer funktionierenden SEO-Basis auf — was diese umfasst, erklärt unser Ratgeber zum SEO-Check.
Warum wird KI-Sichtbarkeit für Schweizer KMU wichtig?
Interessenten können sich sowohl über klassische Trefferlisten als auch über KI-Antworten orientieren. Für ein Schweizer KMU stellt sich deshalb die Frage, ob Angebot, Standort und fachliche Informationen auf der eigenen Website klar erkennbar sind. Eine Anfrage wie «Wer macht Websites für KMU in Uster?» liefert einen möglichen Prüfkontext. Welche Anbieter ein System tatsächlich nennt, muss mit einer konkreten Abfrage dokumentiert werden.
Erfassen Sie Quellenlinks in beobachteten Antworten und prüfen Sie ergänzend, ob passende Besuche oder Anfragen auf Ihrer Website entstehen. Ein Quellenlink allein belegt noch keinen neuen Kunden. Ebenso bedeutet eine fehlende Nennung bei einer einzelnen Abfrage nicht, dass die Website in allen KI-Systemen unsichtbar ist.
Was prüft ein GEO-Check konkret?
Ein GEO-Check untersucht technische Erreichbarkeit, Verständlichkeit der Inhalte und überprüfbare Unternehmensangaben. Diese Befunde beschreiben Voraussetzungen. Ob daraus eine Erwähnung oder ein Zitat entsteht, lässt sich nicht aus dem Website-Scan allein ableiten.
Technik: Kommen KI-Crawler an die Inhalte?
- robots.txt: Sind die KI-Such-Crawler erlaubt? Relevant sind unter anderem OAI-SearchBot (ChatGPT Search), PerplexityBot und Claude-SearchBot. Viele Websites blockieren sie unbewusst über pauschale Regeln oder die Firewall.
- Inhalte im HTML: Steht der Text bereits im ausgelieferten HTML? Wenn ein Crawler kein JavaScript ausführt, braucht er die Kerninhalte bereits im ausgelieferten HTML. Prüfen Sie deshalb die tatsächliche Serverantwort.
- Strukturierte Daten: JSON-LD wie Organization, LocalBusiness oder FAQPage hilft Maschinen, Firma, Angebot und Inhalte eindeutig zuzuordnen.
- Basis-Hygiene: aktuelle sitemap.xml, saubere Statuscodes, eine H1 pro Seite, semantische Überschriftenhierarchie.
Inhalt: Gibt es zitierfähige Antworten?
- Antwortstruktur: Jede Zwischenüberschrift stellt eine Frage oder trifft eine klare Aussage, direkt darunter folgt eine verständliche Antwort. Eigenständig lesbare Abschnitte helfen Menschen und erleichtern die Einordnung des Themas.
- Belege: konkrete Zahlen, Quellenangaben und Erfahrung aus erster Hand, soweit sie für die Aussage relevant sind. Auch gut belegte Inhalte erhalten keine Zitationsgarantie.
- Aktualität und Autorschaft: sichtbares Veröffentlichungs- und Aktualisierungsdatum, erkennbarer Absender, echte Kontaktseite.
Externe Signale: Vertrauen KI-Systeme der Marke?
- Einträge im Google Unternehmensprofil und in Verzeichnissen wie local.ch.
- Bewertungen: Menge, Aktualität und Tonalität.
- Erwähnungen in Fachmedien, auf Partnerseiten und auf LinkedIn.
Wie läuft ein GEO-Check Schritt für Schritt ab?
- Crawler-Zugang prüfen: robots.txt, Firewall- und CDN-Regeln auf blockierte KI-Bots kontrollieren.
- HTML-Ausgabe testen: die Seite ohne JavaScript abrufen und prüfen, ob die Kerninhalte sichtbar sind.
- Struktur bewerten: Überschriftenhierarchie, strukturierte Daten, interne Verlinkung und Ladezeit analysieren.
- Inhalte bewerten: Antwortstruktur, Belege, Aktualität und Einzigartigkeit der wichtigsten Seiten prüfen.
- Massnahmen priorisieren: Befunde in Kritisch, Wichtig und Nice-to-have einteilen — zuerst kommen die Punkte, die Sichtbarkeit aktiv verhindern.
Welche Befunde sind kritisch?
Kritisch ist alles, was KI-Sichtbarkeit aktiv verhindert — diese Punkte gehören vor jede Content-Massnahme:
- KI-Such-Crawler sind in der robots.txt oder Firewall blockiert.
- Inhalte erscheinen nur nach JavaScript-Ausführung.
- Wichtige Seiten liefern Fehler-Statuscodes oder Weiterleitungsketten.
- Es gibt keine als Antwort formulierten, allein verständlichen Abschnitte.
- Firmenname, Ort und Angebot sind uneinheitlich geschrieben.
Wie messen Sie, ob die Massnahmen wirken?
Definieren Sie fünf bis zehn realistische Kundenfragen und stellen Sie diese monatlich in ChatGPT, Perplexity und Gemini. Notieren Sie, ob Ihre Firma genannt wird und welche Quellen zitiert werden. Ergänzend zeigen Bing Webmaster Tools die Zitate in KI-Antworten und GA4 den Besucherverkehr aus KI-Assistenten. Erwarten Sie Bewegung in Monaten, nicht in Tagen — und rechnen Sie mit Schwankungen, weil KI-Antworten nicht deterministisch sind.
Wie dokumentieren Sie KI-Sichtbarkeit belastbar?
Definieren Sie vor einer Abfrage, was Sie beobachten: eine Namensnennung, einen Quellenlink oder eine Empfehlung. Verwenden Sie echte Kundenfragen zu Ihren Leistungen. Markenbezogene Fragen und offene Anbietersuchen sollten getrennt bleiben, weil sie unterschiedliche Situationen abbilden.
- Frage festhalten: Speichern Sie Wortlaut, Sprache und Ort. «Was macht Firma X?» und «Welche Anbieter gibt es in Zürich?» sind keine austauschbaren Messungen.
- Kontext dokumentieren: Notieren Sie Plattform, Datum, aktivierte Websuche und verfügbare Angaben zu Modell oder Messanbieter. Nicht kontrollierbare Bedingungen gehören als Einschränkung in die Auswertung.
- Antwort belegen: Halten Sie die beobachtete Nennung und die genaue Quellen-URL fest. Ein Link zur Startseite ist etwas anderes als ein Zitat aus einer bestimmten Leistungsseite.
- Wiederholt vergleichen: Verwenden Sie dasselbe Fragenset und eine dokumentierte Methode. Fehlgeschlagene oder nicht ausgeführte Abfragen sind keine negativen Sichtbarkeitsergebnisse.
Weitere Beispiele liefert unser Leitfaden zum Messen von KI-Sichtbarkeit. Für Googles KI-Funktionen gelten laut Google Search Central dieselben SEO-Grundlagen wie für die klassische Suche; spezielles KI-Markup ist nicht erforderlich.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Einordnung orientiert sich an den aktuellen Hinweisen der Plattformbetreiber. Besonders wichtig: Auch bei erfüllten Voraussetzungen sind Indexierung, Zitate oder eine bestimmte Darstellung nicht garantiert.
Häufige Fragen zum GEO-Check
Wie oft sollte ein GEO-Check wiederholt werden?
Prüfen Sie betroffene Seiten nach wesentlichen technischen oder inhaltlichen Änderungen erneut. Für ein Monitoring legen Sie vorab einen festen Rhythmus und vergleichbare Anfragen fest. Eine einzelne KI-Antwort reicht nicht aus, um einen Trend zu beurteilen.
Kann ein GEO-Check Sichtbarkeit in ChatGPT garantieren?
Nein. GEO ist beeinflussbar, aber nicht steuerbar. Ein GEO-Check zeigt, welche Hürden KI-Systeme aktuell vom Zitieren abhalten und welche Massnahmen die Chance auf Erwähnungen erhöhen. Wer Platzierungen garantiert, arbeitet nicht seriös.
Muss die klassische SEO-Basis zuerst stimmen?
Eine zugängliche Website mit hilfreichen Inhalten ist die gemeinsame Basis. Für Googles KI-Funktionen muss eine Seite indexiert und für ein Such-Snippet geeignet sein. Andere Such- und KI-Systeme haben eigene Crawler und Regeln; ihre Erreichbarkeit wird deshalb getrennt geprüft.
Reicht eine llms.txt für gute KI-Sichtbarkeit?
Nein. Die llms.txt ist ein Experiment und kein bewiesener Sichtbarkeits-Booster. Entscheidend sind erlaubte KI-Crawler, Inhalte im HTML, klare Antwortstruktur und belegbare Fakten.
