Was ist ein SEO-Check?
Ein SEO-Check ist eine systematische Prüfung einer Website aus Sicht von Google und anderen Suchmaschinen. Er beantwortet drei Fragen: Sind die Seiten technisch erreichbar? Erklären die Inhalte das Angebot und die relevanten Kundenfragen verständlich? Lässt sich die Website auf mobilen Geräten gut nutzen? Das Ergebnis ist eine priorisierte Liste von Befunden mit konkreten nächsten Schritten.
Ein SEO-Check ist damit kein Ranking-Versprechen, sondern eine Standortbestimmung. Er zeigt, welche Probleme Sichtbarkeit kosten, welche Chancen liegen bleiben und womit Sie anfangen sollten.
Warum lohnt sich ein regelmässiger SEO-Check?
Websites verlieren Sichtbarkeit meist schleichend: ein Plugin-Update bremst die Ladezeit, ein Relaunch erzeugt Weiterleitungsketten, eine vergessene Einstellung sperrt ganze Bereiche für Google. Ohne Prüfung fallen solche Fehler erst auf, wenn Anfragen ausbleiben. Für Schweizer KMU, die einen grossen Teil ihrer Neukunden über die Google-Suche gewinnen, ist der Check deshalb Früherkennung — je früher ein Problem gefunden wird, desto günstiger ist die Korrektur.
Was prüft ein SEO-Check konkret?
Ein vollständiger Check deckt vier Bereiche ab: Technik, Inhalt, Performance und — für Betriebe mit regionalem Einzugsgebiet — Local SEO.
Technik: Kann Google die Website verarbeiten?
- Crawling und Indexierung: robots.txt, sitemap.xml, korrekte Statuscodes, keine versehentlichen noindex-Anweisungen.
- Duplikate: Canonical-Tags und eine eindeutige Version pro Seite (mit/ohne www, http/https).
- Struktur: eine H1 pro Seite, logische Überschriftenhierarchie, wichtige Seiten in höchstens vier Klicks erreichbar.
- Mobile Darstellung: Google bewertet Websites primär in der Mobilversion.
Inhalt: Versteht Google, worum es geht?
- Title und Meta-Description: pro Seite einzigartig, mit klarem Nutzenversprechen.
- Suchintention: Beantwortet die Seite die Frage, die hinter dem Suchbegriff steht — oder redet sie daran vorbei?
- Interne Verlinkung: sprechende Ankertexte statt «mehr erfahren».
- Vertrauen: Impressum, Kontaktmöglichkeiten, erkennbarer Absender, aktuelle Inhalte.
Performance: Ist das Erlebnis schnell und stabil?
Google misst die Nutzererfahrung mit den Core Web Vitals. Diese Zielwerte gelten als «gut»:
| Messwert | Bedeutung | Zielwert |
|---|---|---|
| LCP | Ladezeit des grössten sichtbaren Elements | höchstens 2.5 Sekunden |
| INP | Reaktionszeit auf Eingaben | höchstens 200 Millisekunden |
| CLS | Layout-Stabilität beim Laden | höchstens 0.1 |
Local SEO: Wird der Betrieb regional gefunden?
- Google Unternehmensprofil vollständig, mit aktuellen Öffnungszeiten und Fotos.
- Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch geschrieben.
- Bewertungen: aktiv darum bitten und auf alle antworten.
Wie läuft ein SEO-Check Schritt für Schritt ab?
- Indexierung prüfen: In der Google Search Console kontrollieren, welche Seiten im Index sind und welche Fehler gemeldet werden.
- Technik crawlen: Statuscodes, Weiterleitungen, robots.txt, Sitemap und Canonical-Tags systematisch durchgehen.
- Performance messen: Core Web Vitals der wichtigsten Seiten mit PageSpeed Insights erheben.
- Inhalte bewerten: Title, Description, Überschriften, Suchintention und interne Verlinkung der zentralen Seiten prüfen.
- Massnahmen priorisieren: Befunde nach Wirkung und Aufwand ordnen — zuerst, was Indexierung oder Ladezeit blockiert.
Welche Fehler findet ein SEO-Check am häufigsten?
- Seiten, die nach einem Relaunch ins Leere oder über Umwege weiterleiten.
- Unkomprimierte Bilder, die die Ladezeit auf mehrere Sekunden treiben.
- Identische oder fehlende Title und Meta-Descriptions.
- Mehrere H1 pro Seite oder Überschriften als reine Gestaltungselemente.
- Wichtige Leistungsseiten ohne interne Links — für Google kaum auffindbar.
- Veraltete Angaben im Google Unternehmensprofil.
Welche kostenlosen Tools helfen beim SEO-Check?
Drei Werkzeuge decken die Basis ab: Die Google Search Console zeigt, wie Google die Website crawlt, indexiert und in den Suchergebnissen anzeigt. PageSpeed Insights misst Ladeleistung im Labortest und zeigt, sofern genügend Daten vorliegen, auch echte Nutzerdaten aus dem Chrome UX Report. Bing Webmaster Tools ergänzt die Perspektive auf Crawling und Suchpräsenz. Die Werkzeuge liefern unterschiedliche Datenquellen, die im Bericht getrennt ausgewertet werden sollten.
Wie hängen SEO-Check und GEO-Check zusammen?
Der SEO-Check sichert das Fundament: Ohne saubere Technik, klare Inhalte und gute Ladezeiten hat auch KI-Sichtbarkeit keine Grundlage. Der GEO-Check setzt darauf auf und prüft, ob KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews die Website als Quelle zitieren können. Wie das funktioniert, erklärt unser Ratgeber zum GEO-Check.
Was zeigen ein Website-Scan und die Search Console jeweils?
Ein öffentlicher Scan sieht die ausgelieferte Seite: Inhalte, Links, Metadaten und technische Antworten. Er kann einen noindex-Hinweis erkennen. Er kann daraus aber nicht sicher ableiten, ob Google eine Seite aktuell indexiert hat oder wie viele Menschen sie in der Suche gesehen haben.
- Website-Scan: prüfbare Voraussetzungen und technische Befunde auf den tatsächlich besuchten Seiten.
- Search Console: Daten zu Googles Indexierung sowie Impressionen, Klicks und durchschnittlichen Positionen innerhalb der gewählten Filter.
- Externe Suchabfrage: beobachtete Treffer für eine konkrete Anfrage, Region, Sprache und einen bestimmten Zeitpunkt.
- Eigene Anfragen: Hinweise darauf, ob aus relevanten Besuchen Kontaktaufnahmen oder andere Geschäftsziele entstehen.
Wählen Sie passende Vergleichszeiträume und dokumentieren Sie Relaunches, Kampagnen oder saisonale Effekte. Durchschnittliche Positionen sind keine feste Rangnummer für jeden Suchenden. Auch eine gleichzeitige Veränderung von Inhalt und Klicks beweist für sich allein noch keine Ursache.
Laborwerte und echte Nutzerdaten nicht verwechseln
Ein Labortest hilft, technische Probleme unter definierten Bedingungen zu finden. Core Web Vitals aus echten Besuchen bilden dagegen die beobachtete Nutzung ab. Die oben genannten Grenzwerte beziehen sich auf das 75. Perzentil der Seitenaufrufe. Zu wenig Nutzerdaten sind keine automatische Bestätigung guter Ladezeiten. Weitere Grundlagen liefert web.dev zu den Core Web Vitals.
Quellen und weiterführende Informationen
Zielwerte und Empfehlungen sollten regelmässig mit den offiziellen Unterlagen abgeglichen werden. Kein einzelner Messwert garantiert eine bestimmte Platzierung.
Häufige Fragen zum SEO-Check
Wie oft sollte ein SEO-Check durchgeführt werden?
Ein umfassender Check ein- bis zweimal pro Jahr, dazu ein kurzer Blick in die Google Search Console pro Monat. Nach einem Relaunch oder Domainwechsel gehört der Check direkt in die Abnahme.
Wie schnell wirken SEO-Massnahmen?
Eine technische Korrektur lässt sich direkt nach der Umsetzung prüfen. Ihre Wirkung in der Suche hängt unter anderem von erneutem Crawling, Indexierung, Suchanfrage und Wettbewerb ab. Dafür gibt es keine verlässliche Frist. Dokumentieren Sie Änderungen und vergleichen Sie passende Suchdaten über einen ausreichenden Zeitraum.
Reicht ein kostenloses Tool für den SEO-Check?
Für die Basis ja: Google Search Console und PageSpeed Insights decken Crawling, Indexierung und Ladezeit ab. Ein strukturierter Check ergänzt die Einordnung — welche Befunde wichtig sind, in welcher Reihenfolge sie behoben gehören und was sie fürs Geschäft bedeuten.
Welcher SEO-Score ist gut?
Einen offiziellen Google-SEO-Score gibt es nicht. Ein Toolwert hängt von den geprüften Kriterien, ihrer Gewichtung und der Messabdeckung ab. Bewerten Sie deshalb zuerst die einzelnen Befunde und vergleichen Sie Punktwerte nur bei gleichem Werkzeug und gleicher Methodik. Eine hohe Zahl belegt keine bestimmte Google-Position.
Was unterscheidet den SEO-Check vom GEO-Check?
Ein SEO-Check untersucht Voraussetzungen für die klassische Suche; ein GEO-Check ergänzt die Perspektive generativer Antworten. Tatsächliche Google-Positionen oder KI-Zitate brauchen jeweils eigene Messdaten. Ein Scan der Website allein kann diese Präsenz nicht nachweisen.
