Was prüft diese GEO-Checkliste?
Diese Checkliste führt Sie durch 25 Prüfpunkte in fünf Gruppen: Technik-Basis, strukturierte Daten, Content, Entität und Messung. Sie zeigt, ob KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI Overviews Ihre Website lesen, verstehen und als Quelle zitieren können. GEO steht für Generative Engine Optimization — die Optimierung für Suchsysteme, die Antworten formulieren statt Linklisten anzuzeigen.
Der Kanal ist gross geworden: ChatGPT zählt seit Februar 2026 rund 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Gleichzeitig klicken Google-Nutzer laut Pew Research bei Suchseiten mit KI-Zusammenfassung nur in 8 statt 15 Prozent der Besuche auf ein klassisches Ergebnis. Wer in der Antwort selbst nicht vorkommt, verliert Anfragen.
Zur Einordnung: SEO bleibt das Fundament, GEO erweitert es. Die Grundlagen erklärt der Ratgeber Was ist GEO, die klassische Basis der Ratgeber SEO-Check.
Wie nutzen Sie die Checkliste richtig?
Arbeiten Sie in drei Stufen: Kritisch, Wichtig, Nice-to-have. Kritische Punkte verhindern KI-Sichtbarkeit aktiv und kommen immer zuerst. Wichtige Punkte erhöhen die Chance auf Zitate spürbar. Nice-to-have-Punkte sind Experimente ohne belegten Effekt.
- Kritisch zuerst: Beheben Sie blockierte Crawler, leere HTML-Ausgaben und Fehler-Statuscodes sofort. Ohne Zugang gibt es keine Zitate.
- Wichtig danach: Bauen Sie strukturierte Daten, Antwortstruktur, Belege und konsistente Firmendaten in den folgenden Wochen auf.
- Nice-to-have zuletzt: Testen Sie Experimente wie die llms.txt erst, wenn die Basis steht — ohne Wundererwartung.
Planen Sie pro Prüfpunkt rund zehn Minuten Kontrolle ein. Die Umsetzung dauert je nach Befund Minuten (robots.txt) bis Wochen (Content-Aufbau).
Gruppe 1 — Technik-Basis: Erreichen KI-Systeme Ihre Website?
Ohne technische Basis bleibt jede Content-Arbeit wirkungslos. KI-Suchsysteme crawlen ähnlich wie Google, führen aber oft kein JavaScript aus und brechen bei langsamen Seiten früher ab. Diese sechs Punkte entscheiden, ob Ihre Inhalte überhaupt ankommen.
- robots.txt erlaubt die KI-Such-Bots: Prüfen Sie, ob OAI-SearchBot, PerplexityBot und Claude-SearchBot zugelassen sind. OpenAI dokumentiert getrennte Crawler: Wer in der ChatGPT-Suche erscheinen will, muss OAI-SearchBot erlauben — GPTBot fürs Modelltraining lässt sich separat blockieren.
- Inhalte stehen im HTML, ohne JavaScript: Rufen Sie Ihre Seite mit deaktiviertem JavaScript ab. Viele KI-Crawler rendern kein JavaScript — rein clientseitig aufgebaute Seiten bleiben für sie leer.
- sitemap.xml ist aktuell: Die Sitemap listet alle wichtigen Seiten mit korrektem Änderungsdatum. Sie hilft Crawlern, neue Inhalte schnell zu finden.
- Statuscodes sind sauber: Wichtige Seiten liefern Status 200, ohne Weiterleitungsketten oder Soft-404-Fehler. Fehlerhafte Antworten kosten Crawl-Budget und Vertrauen.
- Ladezeit und Core Web Vitals stimmen: Core Web Vitals sind Googles Messwerte für Ladezeit und visuelle Stabilität. Langsame Seiten werden seltener vollständig gecrawlt und schlechter bewertet.
- Eine H1 und saubere Überschriftenhierarchie: Jede Seite trägt genau eine H1, danach folgen H2 und H3 ohne Sprünge. Semantische Struktur hilft Maschinen, Thema und Teilfragen zu erkennen.
Vertiefung: Welche Bots es gibt und wie Sie die robots.txt korrekt konfigurieren, zeigt der Ratgeber KI-Crawler und robots.txt.
Gruppe 2 — Strukturierte Daten: Versteht die Maschine, wer Sie sind?
Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Angaben im JSON-LD-Format, einem standardisierten Code-Block im HTML. Sie ordnen Firma, Angebot und Inhalte eindeutig zu. Google empfiehlt sie als Standard-Praxis — ein spezielles Markup nur für KI-Features gibt es laut Google ausdrücklich nicht.
- Organization oder LocalBusiness ist hinterlegt: Ihre Startseite deklariert Firma, Adresse und Kontakt maschinenlesbar. So verknüpfen Systeme die Website mit Ihrem Unternehmensprofil und den Verzeichniseinträgen.
- FAQPage, wo es passt: Seiten mit echten Kundenfragen erhalten FAQPage-Markup. Das spiegelt die Frage-Antwort-Struktur, die KI-Systeme bevorzugt übernehmen.
- Article mit Datum: Ratgeber und News tragen Article-Markup mit Veröffentlichungs- und Änderungsdatum. Maschinen erkennen so Aktualität und Autorschaft.
- Markup deckt sich mit dem Sichtbaren: Strukturierte Daten dürfen nur beschreiben, was auf der Seite tatsächlich steht. Abweichungen verstossen gegen Googles Richtlinien und kosten Vertrauen.
Vertiefung: Beispiele und Code-Vorlagen finden Sie im Ratgeber Strukturierte Daten mit Schema.org.
Gruppe 3 — Content: Liefern Ihre Seiten zitierfähige Antworten?
KI-Systeme zitieren Abschnitte, die eine Frage vollständig und belegt beantworten. Das GEO-Grundlagenpaper der Princeton-Forschenden zeigt: Quellenangaben, Zitate und Statistiken steigern die Sichtbarkeit in generativen Suchmaschinen um 30 bis 40 Prozent. Und laut Ahrefs stammen nur noch 38 Prozent der Zitate in Google AI Overviews aus den Top 10 — gute Inhalte haben also auch ohne Spitzenranking eine Chance.
- Frage-Überschriften mit Direktantwort: Jede Zwischenüberschrift stellt eine Frage oder trifft eine klare Aussage, direkt darunter folgt die Antwort in zwei bis vier Sätzen. Solche Abschnitte lassen sich isoliert zitieren.
- Belege mit Quellen: Jede zentrale Behauptung verweist auf eine überprüfbare Quelle. Belegte Aussagen wirken vertrauenswürdig — für Leser wie für KI-Systeme.
- Eigene Zahlen und Erfahrung: Teilen Sie Werte aus Ihren Projekten, etwa Aufwand, Dauer oder Resultate. Einzigartige Daten kann niemand kopieren — genau das macht Sie zitierwürdig.
- Datum sichtbar: Veröffentlichungs- und Aktualisierungsdatum stehen sichtbar auf der Seite. KI-Systeme bevorzugen erkennbar aktuelle Quellen.
- Autor erkennbar: Name und Rolle der Autorin oder des Autors sind genannt. Das stützt E-E-A-T — Googles Rahmen für Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauen.
- Preisrahmen genannt: Nennen Sie Richtpreise, etwa «Websites ab CHF 4500». Preisfragen gehören zu den häufigsten KI-Anfragen — wer schweigt, fehlt in der Antwort.
Vertiefung: Wie Sie solche Abschnitte konkret schreiben, zeigt der Ratgeber Zitierfähige Inhalte schreiben.
Gruppe 4 — Entität und Vertrauen: Ist Ihre Firma eindeutig erkennbar?
Eine Entität ist für Maschinen ein eindeutig identifizierbares Objekt — Ihre Firma mit Name, Ort und Angebot. KI-Systeme gleichen diese Angaben über viele Quellen ab. Widersprüche senken das Vertrauen, konsistente Signale erhöhen die Chance auf Empfehlungen.
- Firmenname überall identisch: Name, Adresse und Telefonnummer sind auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in Verzeichnissen exakt gleich geschrieben. Schon «Muster AG» hier und «Muster Webdesign» dort verwirrt Maschinen.
- Über-uns- und Impressumsseite gepflegt: Beide Seiten zeigen, wer hinter der Website steht: Team, Geschichte, Rechtsform, Kontakt. Anonyme Websites wirken auf Bewertungssysteme unglaubwürdig.
- Bewertungen aktiv aufbauen: Sammeln Sie laufend echte Bewertungen auf Google und Branchenplattformen. Menge, Aktualität und Ihre Antworten auf Kritik zählen als Vertrauenssignal.
- Verzeichniseinträge aktuell: Einträge auf local.ch, search.ch und in Branchenverzeichnissen stimmen mit der Website überein. Solche Drittquellen bestätigen Existenz und Standort Ihrer Firma.
- Erwähnungen ausserhalb der eigenen Website: Fachartikel, Partnerseiten, Verbände und LinkedIn nennen Ihre Firma. KI-Systeme zitieren bevorzugt Marken, die auch andere erwähnen.
Vertiefung: Was für Schweizer Betriebe zusätzlich zählt — etwa Mehrsprachigkeit und lokale Verzeichnisse — steht im Ratgeber GEO für Schweizer KMU.
Gruppe 5 — Messung: Wissen Sie, ob die Massnahmen wirken?
Ohne Messung bleibt GEO ein Blindflug. Seit Februar 2026 zeigen die Bing Webmaster Tools mit dem AI-Performance-Report offiziell, wie oft Inhalte in KI-Antworten von Copilot und Bing zitiert werden. Ergänzend liefern eigene Prompt-Tests und GA4 ein realistisches Bild.
- Prompt-Testset definiert: Halten Sie fünf bis zehn realistische Kundenfragen fest, etwa «Wer revidiert Heizungen in Winterthur?». Nur mit festen Fragen erkennen Sie Veränderungen über die Zeit.
- Bing AI Performance eingerichtet: Registrieren Sie die Website in den Bing Webmaster Tools und prüfen Sie den Report regelmässig. Er zeigt Zitate in KI-Antworten pro URL, inklusive der zugrunde liegenden Anfragen.
- GA4-Segment für KI-Traffic: Legen Sie in GA4 ein Segment für Besuche von chatgpt.com, perplexity.ai und gemini.google.com an. So sehen Sie, ob KI-Antworten tatsächlich Besucher bringen.
- Fester Messrhythmus: Testen Sie Ihr Prompt-Set monatlich und dokumentieren Sie die Resultate. KI-Antworten schwanken stark — Einzelmessungen täuschen.
Vertiefung: Alle Methoden im Detail erklärt der Ratgeber KI-Sichtbarkeit messen. Wer die Messung nicht selbst aufbauen will, dem nimmt der Monitor den festen Messrhythmus ab.
Womit starten Sie, wenn die Zeit knapp ist?
Arbeiten Sie strikt nach Priorität: zuerst alles, was Sichtbarkeit aktiv verhindert, dann alles, was die Zitierchance erhöht, zuletzt Experimente. Für die meisten KMU heisst das: eine Woche Technik, danach laufende Content- und Vertrauensarbeit.
| Priorität | Typische Prüfpunkte | Zeithorizont |
|---|---|---|
| Kritisch | robots.txt, Inhalte im HTML, Statuscodes | Sofort, erste Woche |
| Wichtig | Strukturierte Daten, Antwortstruktur, Belege, konsistente Entität, Messung | Erste drei Monate |
| Nice-to-have | llms.txt, zusätzliche Markup-Typen, weitere Verzeichnisse | Bei Gelegenheit |
Ehrliche Einordnung zur llms.txt: Die Datei ist ein Experiment aus dem Jahr 2024, kein bewiesener Booster. Google hält im offiziellen Leitfaden fest: «Google Search ignores them» — für Google ist die Datei keine Voraussetzung. Sie schadet nicht, ersetzt aber keinen einzigen der 25 Prüfpunkte. Details im Ratgeber llms.txt.
Quellen und weiterführende Informationen
Alle Zahlen dieser Checkliste stammen aus den folgenden Quellen. Wichtig: Auch bei erfüllten Prüfpunkten sind Zitate oder eine bestimmte Darstellung in KI-Antworten nie garantiert.
- Google Search Central: Leitfaden zur Optimierung für KI-Features
- Google Search Central: KI-Funktionen und Ihre Website
- OpenAI: Offizielle Dokumentation der Crawler und Bots
- Perplexity: Dokumentation der eigenen Crawler
- Bing Webmaster Blog: AI Performance Public Preview
- Ahrefs: Studie zu AI-Overview-Zitaten und Rankings
- Aggarwal et al.: GEO — Generative Engine Optimization (arXiv)
- Pew Research Center: Klickverhalten bei KI-Zusammenfassungen
Häufige Fragen zur GEO-Checkliste
In welcher Reihenfolge arbeite ich die Checkliste ab?
Zuerst die kritischen Technik-Punkte: Crawler-Zugang, HTML-Ausgabe, Statuscodes. Danach strukturierte Daten und Content, anschliessend Entität und Vertrauen. Die Messung richten Sie parallel ein, damit Sie Veränderungen von Anfang an sehen.
Garantiert die Checkliste Erwähnungen in ChatGPT oder Google AI Overviews?
Nein. GEO ist beeinflussbar, aber nicht steuerbar – kein Anbieter kann Zitate in KI-Antworten garantieren. Die Checkliste beseitigt Hürden und erhöht die Chance auf Erwähnungen. Wer Garantien verspricht, arbeitet nicht seriös.
Brauche ich eine llms.txt, um in KI-Antworten zu erscheinen?
Nein. Die llms.txt ist ein Experiment aus dem Jahr 2024 und kein bewiesener Sichtbarkeits-Booster. Google ignoriert die Datei nach eigener Aussage vollständig. Wichtiger sind erlaubte Crawler, Inhalte im HTML und zitierfähige Antworten.
Ersetzt die GEO-Checkliste einen klassischen SEO-Check?
Nein. SEO bleibt das Fundament: Was Google nicht crawlen und verstehen kann, zitieren auch KI-Systeme kaum. Die Checkliste erweitert die SEO-Basis um die KI-Perspektive, sie ersetzt sie nicht.
Wie oft sollte ich die Checkliste durchgehen?
Alle drei bis sechs Monate, zusätzlich nach jedem grösseren Website-Umbau. KI-Systeme ändern ihre Crawler und ihr Zitierverhalten laufend, deshalb veralten Befunde schneller als bei klassischen SEO-Audits.
